Monatsarchiv: Oktober 2008

Oh, what a stressfull day!

Zwei Tage frei gehabt. Also Dienstag und Mittwoch. Aber heut war so ein Tag, der es schafft, in einem das Gefühl zu hinterlassen, als würde man schon seit Tagen 14-Stunden-Schichten schieben. Zumal die freien Tage auch mitnichten entspannend waren.
Am Dienstag endlich mal wieder ein Date gehabt…nur um damit so richtig auf die Nase zu fallen. Was soll ich sagen? I think I’ve learned something that day: Nämlich, dass die Kombination Hochzeit mit längjährigem Single-Dasein dazu führen kann, dass ganz partnerschaftlich gesehen ganz unattraktive Menschen plötzlich eine ziemliche Anziehungskraft entwickeln können. Uiuiui. Besser auf den Punkt bringen könnte ich dieses Date wohl nicht, als einen kleinen Auszug davon zum Besten zu geben:
Nach dem Kino in einen Pub. Als erstes trank er ein Beamish und einen doppelten Whiskey. Dieses hätte man durchaus als Genießertum gereifter Brennerkunst einordnen können. Hätte er, ja hätte er nicht den Whiskey recht schnell hinunter gestürzt. Danach folgte das zweite Beamish. So weit so gut. Doch als ich dann vom Nasepudern zurückkehrte, hatte das kleine Beamish-Glas einem ausgewachsenem Beamish-Pitcher Platz gemacht. (Wobei ich vielleicht anmerken sollte, dass ich etwas anderes trank, der Pitcher also einzig für ihn gedacht war) Gut, auch das hätte man im Falle unglaublichen Charmes (der nicht vorhanden war) noch übersehen können. (Naja…) Aber: Wie gesagt, das Glas hatte dem Pitcher PLATZ gemacht…und sich nicht DAZUgesellt. Er trank also aus dem Pitcher
Mehr muss ich dazu wohl nicht mehr sagen…

Ich überstand den Abend indem ich meinerseits zu tief ins Glas geschaut hab. Leider. So war dann auch freier Tag Nummer zwei eigentlich abgehakt.

Und dann heute einen 16-Stundentag auf der Arbeit verbracht. Und es war VOLL! Irgendwie wird es überhaupt in letzter Zeit immer voller. Und zu allem Überfluss, kam dann noch ein totaler Stress dazu, den ich wirklich nicht brauchen konnte: Junkies. Unsere Toiletten sind ein beliebter Ort für Abhängige, um sich in ruhiger Umgebung gemütlich ihren Schuss zu setzen. Blöd nur, wenn wir das mitbekommen. Blöd auch, wenn ich als Schichtleiterin im Haus bin und somit zum Handeln gezwungen. Noch blöder, wenn Junkie auf meine Bitte sofort die Toilette zu verlassen mit Angriff reagiert. Noch beschissener wenn er sich zum Angriff/zur Abwehr seine mit Blut aufgezogene Spritze aussucht. Noch viel beschissener, wenn ich ihm  unbeabsichtigt im Weg stehe.
Verständlich, dass ich die Flucht antrete, verständlich auch, dass mir, kurz nachdem er das Haus mitsamt meiner Hausverbotstiraden und Hinterherfluchereien (im natürlich vollen Laden) verlassen hat, sämtliche Energiereserven auf einmal flöten gehen.
Verständlich auch, dass ich im Büro ein bisschen in die Knie gegangen bin, nachdem Junkie plötzlich wieder vor mir stand (diesmal ohne Spritze), um sich zu entschuldigen…

Ich muss sagen, dass ich solchen Momenten wirklich froh bin, dass ich in einem hierarchischem amerikanischem System arbeite und dass meine Chefin, wenn auch in einem Meeting, dennoch im Haus war und von mir im Voraus alarmiert just in diesem Moment auftauchte, mich ins Büro schickte und die Sache in die Hand nahm!

Aber wirklich: Solche Tage braucht wirklich keiner! Ich mag mir gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können…wah!

Und in 8 Stunden muss ich schon wieder auf der Arbeit sein. Dabei könnt ich grad locker einen Tag durchschlafen!

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Senioren dieses Landes vereinigt euch!

Ich hab da so einen Traum. Einen kleinen aber feinen. Und immer wenn ich ihn träume, muss ich breit grinsen.

Man stelle sich vor, man säße in der Bahn. Das Qutischen der Räder auf den Schienen, das sanfte hin- und herschaukeln. Das künstliche Licht, der Geruchsmischmasch über den man weiter gar nicht nachdenken will. Und dann steigen ein paar Jugendliche ein. Welche von der Sorte wie sie überall auftauchen und die man schon nicht mehr sehen kann, so häufig gibt es sie. Die sind wie Suppe. Im richtigen Moment serviert, freut man sich und genießt. Aber bekommt man sie jeden Tag mehrmals vorgesetzt, macht sich irgendwann schon beim bloßen Anblick ein dumpfes Gefühl des Unwillens und der Übelkeit breit. Besagte Jugendliche steigen also in die Bahn. Besagten Jugendlichen reicht es aber nicht, einfach bloß da zu sein. Besagte Jugendliche wollen Aufmerksamkeit. Und besagte Jugendliche haben lange ihre Eltern bearbeitet. Denn besagte Jugendliche haben ein Handy. Ein ganz neues. Ein ganz tolles. Wobei. Ich untertreibe und besagte Jugendliche würden mich wahrscheinlich anspucken, würden sie das lesen. Natürlich ist es DAS neuste und DAS tollste Handy. Und (was das Wichtigste ist) das Handy ist der Ghettoblaster des 21 Jahrhunderts. Und der wird fleißig genutzt. (Und mal ehrlich: Wir konnten andere auch wunderbar mit unserer Musik belästigen in dem Alter, auch ohne Handy…aber unsere Musik war besser!)

Soviel zur Realität. Nun zu meinem Traum:

Ein Senior oder eine Seniorin bereits deutlich grauen und faltigen Alters in grauen Hosen und beigen Schuhen steht auf, setzt sich demonstrativ neben besagte Jugendliche, zückt seinerseits das neuste und tollste Handy (eigentlich noch toller und noch neuer) und dröhnt Bushido, Spacken und Co. mit süffisantem Lächeln mit den größten Hits der Volksmusik von dannen.

Welch herrlicher Traum! Dem hänge ich täglich nach. Wäre meine Oma noch rüstiger und für mehr Spaß zu haben, ich würe mit ihr und meinem Handy (was zwar nicht neu und toll ist, aber Musik kann) einen ganzen Tag in der Bahn zubingen…