Möglichkeiten

Ich könnt – oder eben nicht.

 

Ich könnt die Piratentradition wieder aufleben lassen

Mit lautem Geheul an den Säbel mir fassen

Auf einem gestohlenen, klapprigen Kahn

Und über sieben wilde Weltmeere fahr’n.

 

Ich könnt wie Picasso, Miro und Matisse

Schwören, dass ich eines im Leben nur muss

Kräftige Farben auf Leinwände bringen

Mit recht innovativen Pinselschwüngen

 

Ich könnt die Nadel schwingen und die Schere

Und mir erschneidern viel Ruhm und viel Ehre

Und am End meiner Show zwischen zwei Strichen

Zufrieden und dick über den Laufsteg kriechen.

 

Ich könnt wie Theresa, die Mutter, und Di, die Prinzessin

Reisen und helfen und opfern und küssen

Die Armen, die Schwachen, die Kranken, die Kleinen

Und jeder der’s säh’ würde helfen und weinen

 

Nur eines gibt’s, das kann ich nicht

Obwohl ichs so sehne und lang drauf verzicht

Den eigenen Weg, ist was ich nicht find

Denn sind all die Ideen, schon jemand anderes Kind.

 

[© Sarah 2007]

Advertisements

3 Antworten zu “Möglichkeiten

  1. Ein nettes Gedicht!
    Es ist eine Sache, dass Rad neu erfinden zu wollen, eine andere, „bloss“ in Fusssssstapfen zu treten. Der eigene Weg sollte das sein, was man am liebsten tut (oder wenigstens etwas, bei dem man sich nicht selbst verrät) – ganz egal ob man damit Pionierarbeit leistet oder nicht.

  2. Dann, liebe Sara,

    es ist – wie Du als Biologin weisst,
    einer jeden Pflanze ihr selbsteigener Weg
    beschieden:

    Blutrote Rosen,
    O Gärtners Tod! Heut spielet Deine Hand
    mit Blütenblättern und mit Menschen Losen

    Duftender Holunder!
    Du hebst in Andacht betend weiße Hände,
    -mein Herz ist weit und wartet auf ein Wunder

    Königskerzen!
    Aus Schutt und Trümmern hebt ihr stolz das Haupt
    und leuchtet in die graue Welt der Schmerzen.

    Kaiserkronen!
    Wer lehret einer ehrfurchtslosen Zeit,
    wie Macht und Gnade eng vereinet wohnen?

    Rotblühende Granate!
    Du stehst in Flammen lodernd wie ein Mal
    des starken Gottes, der sich im Dornbusch nahte.

    Schmiegsame Winden!
    Und zeigt sich Gott in Blitzen nicht und Wettern
    -die Zarten dürfen ihn im sanften Säuseln finden.

    Weiße Margeriten!
    Wenn Ihr wie fromme Kinder steht im Feld,
    laßt uns um Ernte und um Frieden bitten!

    Ritornellen von einem der Dir ganz kurz nur nah war,
    und Deine Seele sah.

    Ullus

  3. Ullus? Du liebe Güte! Du liest tatsächlich noch mit hier? Damit hatte ich nicht gerechnet. Hoffe, euch gehts gut dort drunten im tiefen Süden des Landes! Einen lieben Gruß ans Dreiländereck aus dem tiefen Osten…

    Und Ben: Ja, ich stimme dir ja zu. Aber: Ich weiß einfach nicht, was mich glücklich macht und da wird die Suche danach so schwierig als würde ich eben versuchen, das Rad neu zu erfinden…So fühlt sichs zumindest im Moment an.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s