Monatsarchiv: Oktober 2007

Heimaturlaub

Schon komisch. Da war ich einen Monat weg und es kommt mir so vor, als wäre ich nie weg gewesen, jetzt wo ich hier bin. Bei meinen Eltern und meinen Freunden und trotzdem fühlt sichs gleichzeitig so an, als wäre ich ewig weit entfernt. Der Besuch hier bestärkt mich nochmal mehr in meiner getroffenen Entscheidung, doch in Weimar zu bleiben. Hier ists mir dann doch alles noch zu nah und ich bin noch zu unverändert. Was nicht heißt, dass ich die Zeit nicht genießen würde. Aber zu Besuch sein ist eben doch was anderes, als hier zu wohnen – Das habe ich in den letzten zwei Tagen auch schon festgestellt. Keinen eigenen Rückzugsraum zu haben. Immer nur Gast irgendwo zu sein. Auf Sofas schlafen, an fremden Küchentischen sitzen. Auch wenns der elterliche Wohnraum ist, meiner ists auf jeden Fall nicht. Und das Tierchen fehlt mir so. Schlimm ist das. Ich hoffe nur, dem gehts gut und ich kann mich auf die organisierten Kümmerer verlassen.

Und irgendwie ertappe ich mich dabei, wie ich jetzt schon die Tage bis zur Heimfahrt zähle. So schnell kann das also gehen. Das sich woanders einleben. Mein Zuhause ist nun also Weimar. Oder zumindest ist mein Zuhause da, wo meine Katze ist und meine Habseligkeiten.  Ein schönes Wörtchen. Habseligkeiten. Hm.

Morgen noch Helloween im Pub. Das alljährliche. Übernachten beim großen Mann und am Donnerstag dann das, worauf ich mich am meisten freue: Den DVD-Tag mit dem großen Mann. Wir haben schließlich 4 Filmfreitage nachzuholen. Am Freitag dann noch einen Geburtstag und am Samstag shoppen mit der Mutter und dann setz ich mich auch schon einen Tag früher als geplant in den Zug und fahre gen Heimat.  Bei dem Gedanken macht sich ein wenig Erleichterung breit. Da muss ich fast aufpassen, dass ich kein schlechtes Gewissen bekomme, wenn mich hier alle fragen, ob ich froh bin, mal wieder hier zu sein, nachdem in den letzten Wochen alles so chaotisch gelaufen ist…

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Imaginationsübung

Ok, jetzt mal alle an die Eismarke mit dem Dauer-Sommer-Uhrwurm denken. Na? Melodie schon im Ohr? Ok, und jetzt die erste Nase vom Duft der ersten frisch geöffneten Gewürzspekulatius-Packung vorstellen plus dem Geruch von frisch geschälten Mandarinen…

So riecht der Winter…soooooo riecht der Winteeheeer…

Kannst du es hören? Überlegst du noch oder singst du schon? 😉

Hiermit heiße ich den Winter mit all seinen Herrlichkeiten herzlich willkommen. Jaja. Ich mag das. Kalte, klare Luft, Handschuhe und Schal bis zur Nasenspitze, überall Lichter und Glitzern und Weihnachtsstimmung. Jap, ich mach da mit. Also bei dem Weihnachtswahnsinn im Oktober. Wobei, eigentlich ists ja schon fast November. Und so einen Monat vor Weihnachten dem Weihnachtsmonat kann man meiner Meinung nach auch wirklich mal anfangen mit der Weihnachtsvorfreude.

Wie man merkt, hab ich meine stoische Gelassenheit wieder *hüstel* Gut, nennen wirs vielleicht eher meine leicht bekifft wirkende Zuversichtlichkeit…

Kurzzusammenfassung: Ich bleibe vorerst in Weimar. Ich werde mit dem Studium aufhören und ich habe angefangen, mich für Ausbildungsstellen zu bewerben. Nun denn, wer mich kennt, weiß: Nichts ist in Stein gemeißelt. Das kann nächste Woche schon wieder ganz anders klingen. Aber vorerst ist das der Stand der Dinge. Für was ich mich bewerbe, werde ich jetzt hier mal nicht sagen. Ich hab mir jetzt schon oft genug anhören müssen, dass ich da eh keine Chance hab, weil das begehrte Jobs sind. Sei’s drum. Irgendwer muss die Ausbildungsstelle ja bekommen, nicht wahr?

Lebenswege und Fata Morganas

Ich weiß nicht, was dieses Jahr los ist. Nichts aber auch wirklich gar nichts läuft so wie geplant. Und während im wochentakt meine Welt um mich herum immer und immer wieder in splitterfeine Stücke zerspringt, stehe ich ein wenig verloren in der Gegend herum und versuche, das Beste aus der jeweiligen Situation zu machen. Versuche, nicht in Panik oder Resignation zu verfallen. Aber um ehrlich zu sein, habe ich irgendwann den Weg, meine Bestimmung, mein Schicksal, mein Kismet, wie auch immer man es nennen mag, verlassen oder missachtet und so sehr ich mich auch bemühe, ich weiß einfach nicht mehr, wie ich da wieder hinkomme. Egal, für was ich mich entscheide, welchen Weg ich ein paar Schritte laufe, ich traue mich einfach nicht mehr, mir dem Untergrund, auf dem ich laufe, sicher zu sein. Denn auch der könnte sich jeden Moment in Treibsand verwandeln oder was auch immer. Jedenfalls nichts von Bestand.

Was das alles bedeuten soll? Wie es aussieht, werde ich wohl endgültig das Studieren dran geben. Wie es dazu gekommen ist? Eine sehr seltsame Kette von Ereignissen hat dazu geführt. Und eigentlich müßte ich nach dem Abi anfangen, wenn ich sie komplett erzählen wollte. Abi mit hervorragenden Noten in Deutsch und Kunst, also Germanistik und Kunstgeschichte angefangen. Gemerkt, dass studieren nichts für mich ist – nach 2 Semestern. Dann Berufsberatung, der Plan: BTA. Vom Berater belabern lassen, doch lieber Bio zu studieren, ich wäre doch schließlich nicht blöd. Also Bio angefangen. Dort nicht wirklich zu potte gekommen, weil ich nicht wußte, was ich damit anfangen will. Also überlegt, was ich kann und auf die Idee gekommen, Lehramt zu machen. Also dafür beworben. Gabs nicht mehr in Bonn, also nach Köln gewechselt. Das Fach, das ich eigentlich wollte, nicht bekommen, also ein einschreibungsfreies genommen. So also bei Chemie als zweites Fach gelandet. Nach kurzer Zeit gemerkt, dass die Uni Köln mir nicht passt. Durch Zufall mit einer Freundin gesprochen, die überlegte, endlich mal in einer andere Stadt zu gehen, um mal raus zu kommen. Gedacht, dass ich das auch mal brauchen könnte und die Uni in Köln eh nicht so mein Ding ist. Also umgeschaut. Was dann kam, hab ich hier ja geschrieben. In Marburg beworben, kurz vor knapp erfahren, dass ich da keinen Platz bekomme, also umentschieden: Auf nach Jena. Nach Weimar gezogen und zwei Wochen, nachdem ich hier angekommen bin, erfahre ich, dass man mich in Jena nicht hätte einschreiben dürfen. Das heißt, dass mein Status hier mehr als wacklig ist. Sicher, ich könnte mich jetzt auf die Hinterbeine stellen und kämpfen. Aber um ehrlich zu sein: Mein Herz hängt nicht sehr an diesem Studium. Und auch an anderen Unis wäre mein Studentenstatus mehr als fraglich, denn ums kurz zu machen: Ich bin einfach schon zu weit und habe zu wenig vorzuweisen. Und etwas Neues von vorne anzufangen? Nein, dafür habe ich nun wirklich weder den Nerv noch die Idee. Und wenn ich ehrlich sein soll: Jedes Semester immer und immer wieder mit dem Prinzip Studium gerungen. Jedes Semester aufs Neue die Motivation mobilisieren…Und immer im Hinterkopf die Kulturkneipe, die ich aufmachen will, seit ich 14 bin. Also bin ich jetzt bei dem neuen Weg angelangt, der da wie folgt aussieht. Ausbildung im kaufmännischen Bereich. Und da brösele ich hier so langsam auf den Gehsteig und habe den Wunsch, eine Kristallkugel zu besitzen, die mir sagt, wie es weitergeht. Ob es sich lohnt, sich wirklich auf diesen Weg zu begeben, oder ob das auch nur bedeutet, mich auf etwas einzulassen und spätestens, wenn ich mich drauf freue, wieder loslassen zu müssen, weil der Weg auch wieder nur in einer Sackgasse endet. Und dann lese ich den Alchimist von Coelho zuende und denke noch, ich brauche vielleicht einfach nur ein besseres Gespür für Zeichen und eine halbe Stunde später halte ich 2 Briefe der Uni Marburg in Händen, die mir Studienplätze versprechen. Bio und Deutsch oder Bio und Geographie. Im Nachrückverfahren. Was soll ich jetzt davon halten? Ich möchte heulen, ich möchte schreien, ich möchte irgendwen dafür verantwortlich machen, dass alles so fürchterlich schief läuft. Ich möchte jemanden haben, der mir sagt, was ich tun soll und mir eine Garantie gibt. Aber Garantien gibt es in diesem Leben nicht. Und ich befürchte, wenn ich anfange zu heulen, dann muss ich platzen, dann zerspringe ich in ebensoviele Splitter wie die Zukunftsgebilde, die ich mir im Akkord aus den Fingern schüttele. Und dann atme ich tief durch und realisiere, dass ich 400 km weit weg bin voll allen Menschen, die ich liebe. Und dass ich nur soweit weg bin, weil ich dachte, dass ich diesesmal den richtigen Weg gefunden habe. Und diese Tatsache bringt mich fast zur Verzweiflung. Und ich habe keinen Cent übrig, um heim zu fahren. Das bisschen Geld, das ich noch habe, brauche ich, um zum Friseur zu gehen, meine Haare zu färben, Bewerbungsfotos zu machen und Bewerbungen zu verschicken. Denn die Bewerbungsfrist für die meisten Ausbildungsstellen 2008 endet schon bald. Und irgendwie muss es ja weitergehen, muss ich ja weitergehen. Und wenn ich noch durch hunderte Fata Morganas laufen muss. Vielleicht komme ich auch irgendwann mal irgendwo an. Oder ich löse mich einfach auf. Zusammen mit der hundertsten trügerischen Luftspiegelung.

Mir is schlecht

Der Tag wurde dann gestern doch noch richtig gut.

Die Einführungstage haben gestern angefangen und ich hab ein paar richtig nette Leute kennengelernt….und meinen ersten Thüringer Kater. Kater von der Rose (dem hier ansäßigen Bier) sind irgendwie fies. Ich hol mir jetzt nen Döner. Das ist das Einzige, was mir jetzt helfen kann, glaub ich.

Momentane Gefühlslage

Mies.

Marathon, die Zweite

Wah! Mathe-Vorkurs. 10 Uhr stand im Internet. Stimmte nicht. War schon um 9. Gut, machte jetzt auch nicht viel. Denn der Mathe-Vorkurs beschränkt sich nicht auf eine normale Vorlesungslänge von anderthalb Stunden pro Tag und das die ganze Woche (was ich ja durchaus für völlig angebracht und ausreichend empfunden hätte). Neeeeeein. Es ist eine Mathe-Marathon-Woche, die hier heute morgen eingeläutet wurde! Du meine Güte! Da bin ich glatt froh, dass ich die erste Stunde verpasst hab. Jeden Tag von 9-12 Vorlesung und von 13-16 Uhr Seminar. Ich habe mich noch nie in meinem Leben an einem Stück mit soviel Mathe beschäftigt wenn ich mich recht erinnere.

Und? Ich peil jetzt schon nix mehr 😦 Das is doch scheiße. In meinem Kopf habe ich Wörterpyramiden. Limes, Unendlich und Betrag sind wohl die Wörter, die ich heute am häufigsten gehört hab. Ich hoffe mal ganz stark, dass die Miss Sophie mir am Ende der Woche per Mail mit einem tröstenden Wort und ein paar Erklärungen zur Seite steht?! Is doch blöd sowas. Und ich hatte mich eigentlich auf den Kurs gefreut. Warum, ist mir entfallen…

Ich war sogar heut schon soweit und hatte den Satz „Warum sitz ich hier? Naturwissenschaften und ich? Niemals! Ich kündige…äh…exmatrikuliere…“ im Kopf *seufz*

Sonntagsbeschäftigungen

Dieser Eintrag ist eigentlich von gestern. Ist also schon ein wenig abgestanden, aber ich denke trotz allem noch ein wenig knusprig. Mein Internet hat sich gestern bloß so gewehrt und ich wollte ins Bett….also deshalb:

Heute festgestellt, dass ich ohne Ferneseher gut dran bin. Ich bin nämlich trotz Sonntagsmuffeligkeit aus dem Haus gegangen. Weil mir zuhaus die Decke auf den Kopf gefallen ist. Und dann war da draußen auch noch das fantastischste Wetter. Allerhand. Festgestellt, dass der nächste Park wirklich um die Ecke ist. So wie hier irgendwie alles um die Ecke ist. Aber der Park ist wirklich nah. Sagen wirs mal so. Es ist der Schloßpark und das Schloß kann ich von meinem Badezimmerfenster aus sehen. So nah. Und schön noch dazu. Vor allem weil der schon mit einem Herbstflair aufwartet. Aber mit vollem Programm. So mit kühler frischer Luft und warmer goldener Sonne. Mit bunten Blättern und überhaupt. Und die Parkbänke sind auch super. Super zum lesen.

 

Und danach eine Beschäftigung wieder ausgegraben, die so langsam in Vergessenheit gerät. Ich habe angefangen einen Brief zu schreiben. Ja, Tatsache. So richtig mit schönem Papier und von Hand geschrieben. Dass das auch bei mir fast in Vergessenheit geraten ist, hab ich daran gemerkt, wie ich mir einen zurecht gekrüppelt hab beim schreiben. Wann is das passiert? Ich konnte wirklich mal richtig gut schreiben. Leserlich und deutlich. Und schön und schnell. Und jetzt verdrehe ich Buchstaben, ja sogar ganze Wörter. Ich kriege Krämpfe in den Fingern und zwischendurch ertappe ich mich dabei, wie meine Hand mir nicht gehorcht. Als würde ich stottern mit der Hand. Ganz seltsames Gefühl. Geht denn das? Gibts das, dass man zum Legastheniker wird? Ich dachte immer schreiben is wie Rad fahren – etwas, das man nicht verlernt. Aber dem ist wohl nicht so. Also üben…

 

Weggegangen bin ich dann übrigens doch nicht mehr. Ich hab nämlich festgestellt, dass ich echt früh raus muss. Und dabei fängt der Kurs erst um 10 an. Wie wird denn das dann erst bei Kursen um 8?? Am Besten denk ich da nicht drüber nach. Sonst komme ich noch zu dem Schluß, dass ich an solchen Tagen vielleicht besser durch mache…