Monatsarchiv: Juni 2007

Zukünftig

Puh! Ich hab mich ein wenig rar gemacht in den letzten Tagen, I know. Der Grund dafür findet sich auf dem Foto:  

Das sind die wohl wichtigsten Briefe der letzten Jahre. Im großen Umschlag ist mein Zulassungsantrag an die Uni Marburg. Und im Kleinen meine Wohnungskündigung.

Dann ists also am 1.10. soweit. Ich werde endlich von hier weggehen. Nachdem ich jahrelang nur davon gesprochen hab und immer im letzten Moment den Mut verloren hab, wirds nun endlich wahr. Und so Gott will, werde ich endlich den Rhein-Sieg-Kreis, bzw das Rheinland verlassen.
Ich bin nervös und habe ein wenig Angst, aber die Freude und die Energie, die diese Entscheidung bringt überwiegt dann doch um einiges 😀

Das ist auch der Grund, weshalb ich ein neues Zuhause fürs Katzi suche. Wobei diese Entscheidung ungefähr stündlich ins wanken gerät. Wie mein Bruder so treffend sagte: Es gibt keine richtige oder falsche Entscheidung, wenns um die Katze geht. Es gibt nur eine Entscheidung. Recht hat er…Und was soll ich sagen? Die ist anscheinend noch nicht wirklich getroffen…Wir werden sehen. Es wird schon kommen, wie es kommen soll.

Aber jetzt gilts erstmal, dieses Semester noch erfolgreich abzuschließen. Am 10.07. hab ich noch Klausur und dann gehts los. Wohnung ausmisten und in Marburg Wohnung suchen. Die nächsten Monate werden stressig aber wahrscheinlich auch heilsam. Ich freu mich! 😀

Deutsch aus fremder Sicht

Die deutsche Sprache aus der Sicht einer Peruanerin:

„Streitkräfte? Klingt wie Sitzgelegenheit.“

Ich finde ja, dass sich da geringe Parallelen nicht von der Hand weisen
lassen. *gg*

Ruinös

Ich schrub über meinen Verfall

Aber ich war natürlich dumm und bin nicht sofort zum Zahnarzt. Warum
auch?  Schließlich wars nur ein kleines Stück von der Füllung und weh getan hats auch nicht und überhaupt hat ich viel zuviel um die Ohren. Wenn allerdings schon die Füllung bröckelt, sollte man vielleicht nicht auch noch Vollkornflakes essen. Als die Schüssel leer war, fehlte noch ein beachtliches Stück von meinem Zahn. Eklig!
Nun und mein Zahnarzt hats gleich gerächt und mich nicht mehr untergeschoben heut…Bis nächsten Dienstag darf ich jetzt links nur noch weiche Dinge kauen…

Grrr

Black

Ich hab grad einen Chemie-Cocktail auf dem Kopf. Mich machen ja diese Beipackzettel mit Warnhinweisen in Schriftgröße 40 immer ein wenig nervös. Und obwohl ich immer die gleiche Marke benutze, hab ich jedesmal Angst, dass ich das Bewußtsein verliere, bevor ich dazu komme, mir den Kram wieder vom Kopf zu waschen. Warum man sich sowas dann antut? Na, ein bisschen Spannung im Leben muss schon sein…
Schlimm ists, wenns anfängt zu jucken. Denn: Da gilts abzuwägen zwischen Ignorieren mit aller Kraft, schwarz gefärbten Fingern und man muss irgendwas finden, was man zum kratzen nutzen kann…
Und was soll ich sagen? Ich wünschte grad, ich hätte irgendwo ne alte Sricknadel oder so…

Auf jeden Fall bin ich mal gespannt…es handelt sich nämlich um eine Premiere. Nicht was die Farbe angeht, da bleib ich beim Schwarz. Aber ich hab mir grad das erste Mal allein die Haare gefärbt. Da hoff ich doch mal, dass ich nicht einen beachtlichen Teil vergessen hab oder so…

In einer viertel Stunde weiß ich mehr…

Der Dinge 8

Nein, nicht G8, schlichte 8 sinds die der Dennis von mir wissen will. Und zur Abwechslung solls mal nix mit Sex oder Ex-Beziehungen zu tun haben. Auch wenns dafür (also fürs bloggen) eigentlich schon viel zu spät ist, mach ich das jetzt noch…hab schließlich morgen frei.

  1.  Ich hab eben festgestellt, dass die wirklich guten Filme zu nachtschlafener Zeit auf unscheinbaren Sendern kommen. Es lebe die Zapperei!
  2. Ich werde nur von Wasser MIT Kohlensäure richtig sitt. Ha! Erinnert sich noch jemand außer mir an den Versuch ein Getränke-Äquivalent für „satt“ einzuführen? (warum mir das grad einfällt? Na, weil ich einen höllischen Durst hab, aber kein Sprudel im Haus)
  3. Ich hätte gern eine eigene Bibliothek. Eine richtig richtig große!
  4. Ich will mir eigentlich schon seit Jahren ein Herbarium anlegen.
  5. Ich will in meinem Leben noch eine ganze Menge lernen, dazu gehören unter anderem drei Sprachen: Spanisch, Französisch und Latein.
  6. Ich habe eine totale Verliebt-sein-Phobie. Ich würd das gern überspringen und direkt zur Beziehung im Alltag übergehen wenns geht. Ach, geht nich? Das erklärt so einiges…
  7. Ich wollte mir Secondlife anschauen und bin schon daran gescheitert, mir einen Namen auszudenken. Mir fehlt wohl ein Quentchen Phantasie und damit bin ich wohl nicht ganz Zielgruppe…aber ich geh eh davon aus, dass ich nicht das Geringste verpasse.
  8. Schweren Herzens muss ich mich wohl an die Aufgabe machen, ein neues Zuhause für mein geliebtes Katzi zu finden. Ich weiß nur noch nicht so recht, wie…Diverse Gründe führen zu idieser Entscheidung, die ich ein andermal erläutern werde. Leicht ist das alles nicht. So war das nicht geplant..aber eigentlich war die ganze Katzensache nicht geplant…

Sodale, nu ab ins Bett.
Vorher noch Weiber-like wurfkrüppelmäßig den Stock vor die eigenen Füße geschleudert, dort abzuholen von Echtzeitmärchen, Zeedl, der Frau Doktorin und der Miss Sophie, während ich verlegen grinse und so tue, als wärs Absicht gewesen.

Bröckelnd

Ich zerbröckele. Es ist soweit. Ich werde alt.
Kaum hab ich wieder ein wenig Geld auf dem Konto fängt einer meiner Zähne an zu bröckeln. Da werd ich mir dann wohl morgen einen hoffentlich baldigen Zahnarzttermin beim Bohrer meines Vertrauens besorgen. Aber muss sowas immer an nem Sonntagabend passieren? Jetzt fehlt mir der halbe Zahn und ich habs nichmal mitbekommen. Gut, is wahrscheinlich auch nur die Füllung, die sich da verabschiedet hat…aber trotzdem. Gehört so zu den Sachen die bei Sonntagsbeschäftigungen gaaaaaaanz ganz weit unten auf der Liste stehen…Jetzt will ich nur hoffen, dass der Zahn noch nicht so ruinös ist, dass ich ne Krone brauche. Sowas ist zurzeit finanziell nun wirklich nicht drin!

Hinweis

Da rechts finden sich jetzt (hoffentlich regelmäßig von mir aktualisierte) Hinweise auf Veranstaltungen im Bonner Raum. So von wegen hier kann man gar nix machen und so…
Stimmt so halt nicht 😉

NACHTRAG: Wie ich grad gesehen hab, sind Red Cardell am Abend vorher, also am
21. Juni noch in München, liebe Pjat 🙂 Allerdings find ich nich raus wo…aber du sitzt da ja an
Quelle…

St.Augustin?

Wer liest mich denn da so fleißig aus St.Augustin?
Da grüß ich doch mal um die Ecke *wink*

Wie versprochen

Ich versprach meinen Filmtipp des Jahres.
Und hier ist er:

HOT FUZZ

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[Bildquelle: Imdb]

Sergeant Nicholas Angel (Simon Pigg) ist gut. Nein, er ist einer der Besten bei der Polizei von London. Ok, er ist der Beste und damit den Kollegen ein Dorn im Auge. Man kennt das.
Einzige Lösung? Er wird versetzt. Aufs Land. Da wollte er in 20-30 Jahren eh hin, warum dann nicht gleich, denken sich die Vorgesetzten, die endlich wieder eine Statistik haben wollen, die nicht alle anderen wie Idioten dastehen lässt. Sgt. Angel muss einsehen, dass alles Widerreden keinen Sinn hat und so packt er seine sieben Sachen und seine Zimmerpflanze und landet wenig später im verträumten irgendwie seltsamen Sandford. In dem gibt es zwar keine Verbrechen, dafür aber eine umso heilere Welt.

Eben noch Eliteeinheit und jetzt schon auf der Jagd nach entflohenen Schwänen. Trostloser könnte das Leben von Sgt. Angel wohl kaum noch werden.  Und dann ist da auch noch sein neuer Partner Danny Butterman (Nick Frost). Der Actionfilm-Liebhaber und vom Poilzeileben in Sandford enttäuschte Sprößling des Chefs der örtlichen Polizei hat in Angel seinen neuen Helden gefunden.

Und dann beginnt plötzlich diese äußerst mysteriöse Serie von Unfällen…oder sind es gar keine? Sgt. Angel ermittelt und stößt auf unfassbare Machenschaften…

Ich habe seit ewigen Zeiten bei einer Actionkomödie nicht mehr so lachen müssen. Und ich bin mir sicher, ich werde auch beim 2-20 Mal genauso lachen! Dieser Film ist eine Perle der britischen Filmkunst und ein weiteres Meisterwerk von den Machern von „Shaun of the Dead“. Wer diesen aufgrund eines Zombiefilm-Unverständnisses nicht gesehen oder nicht gemocht haben sollte, darf sich sich erst seltsam schimpfen und dann „Hot Fuzz“ gucken! ;)Die Story ist abolut rund und die Schauspieler sind dermaßen herrlich, dass man nach kürzester Zeit wünscht, man könnte das ganze Spektakel vom ortsansässigen Pub aus beobachten. Die Gags kommen teilweise im Sekundentakt und sind nichts für schwache Lachmuskeln. Und obwohl die Witze teilweise alt oder vorhersehbar sind, schafft es Wright dennoch, sie so zu inszenieren, als hätte er den Gag komplett neu erfunden.
Was mir besonders aufgefallen ist und was diesen Film mitunter so unglaublich gut macht (und oft unterschätzt wird) ist der Schnitt. Meiner Meinung nach absolut Oscar-verdächtig! Es schaffen nicht viele, alleine durch die Aneinanderreihung von 4-5 schlichten Bildern, die an sich keinerlei Komik beinhalten, einen Lachkrampf zu erzeugen.
Insgesamt hat der Film für eine britische Komödie ein rasantes Tempo (was er nicht nur aber zu einem Großteil dem Schnitt verdankt) und alles was eine Actionkomödie braucht: 2 coole Helden, coole Schurken, ein paar Dorfdeppen, ein paar Überraschungen, Verfolgungsjagden und verdammt coole Schießereien…naja und eben einen Schwan.

Hier zwei Appetizer:

Eigentlich hatte ich jetzt hier noch was zu meinem Unvermögen Amis zu verstehen und meiner Begeisterung des britischen Englisch hier stehen. Außerdem noch den Hinweis, dass der Film bei uns seit dem 14.6. im Kino ist und dass ich mir den wohl bald auch noch auf Deutsch ansehen werde, nur um dann vermutlich die Kriese zu kriegen, da der deutsche Trailer mich schon nervt. Dies sollte indirekt eine Empfehlung sein, sich den Streifen im Original anzutun. Und dann stand hier auch noch was über den bescheuerten deutschen Untertitel. Naja, wie gesagt: Stand. Dann kam die Technik dazwischen. Gut, im Prinzip steht jetzt fast das Gleiche wieder hier…aber eben wars irgendwie schöner…Traurig…

Schönheit?

West.art mit dem Thema: „Mein Feind – der Körper“

Lydia Haustein bereiste in 10 Jahren 40 Länder und versuchte, dem Schönheitsbegriff auf den Grund zu gehen. Ist das Schönheitsideal global oder kulturgebunden?

Das ist so klar gar nicht zu benennen, aber zumindest scheint es Gründe zu geben für das Prinzip Schönheit, welches es zu jeder Zeit und in jedem Volk gab und gibt. 
Das Volk der Padaung wird erwähnt, vor allem deren Frauen, von denen Bilder um die Welt gingen, die wir im Westen wohl häufig mit einer Mischung aus Faszination und Irritation betrachten. Es sind die Frauen mit den langen, mit vielen goldenen Halsringen geschmückten und gestützten Hälsen. Und auch die gebundenen Füße der Chinesinnen werden genannt.
Ob das ein Schönheitsideal sei, wird Fr. Haustein gefragt. Hier ginge es vor allem um eine Machtausübung, entgegnet diese.
Die These, die sie in den Raum stellt: Das solche Schönheitsideale vor allem dazu dienten/dienen, die Frauen durch Immobilisierung und Schaffung einer künstlichen Abhängigkeit unterzuordnen und an sich zu binden.

Und dieser Gedanke ließ mich nicht mehr los. Plötzlich eine platte These in meinem Kopf:

Ist Schönheit Gefangenschaft und „Hässlichkeit“ Freiheit?

Beschränkt sich das Prinzip der künstlichen Abhängigkeit auf solche Extrembeispiele? Oder ist auch eine von der westlichen Welt empfundene Schönheit ein Käfig obwohl sie keine tatsächliche körperliche Abhängigkeit darstellt? Ist hierzulande die Jagd nach vollkommener Schönheit die eigentliche Form der Abhängigkeit?
Frauen und zunehmend auch Männern wird, wie dem Esel mit der Möhre, ein Weg gewiesen, an dessen Ende das Glück, oder gar die Glückseligkeit wartet.
„Schön=Erfolgreich“, „Die Schönen regieren die Welt“, „Schön und beliebt“ usw.  
So jagen wir mehr oder weniger alle einer Verheißung hinterher, die letztendlich nie erreicht werden kann – ebenso wenig wie es der Esel je schafft, seine Möhre zu erwischen. Es sei denn natürlich, die Möhre wird ihm aktiv gegeben.

„Ich wäre so gerne so schön wie du, dann wäre mein Leben einfacher“, spricht das graue Entlein zum schönen Schwan. Woraufhin dieser den schlanken Hals in die Höhe hebt und die Tragweite seiner Tragik wieder auf den Schultern spürt. „Ich wäre gerne einfach ich und nicht bloß schön, dann wäre mein Leben einfacher“ entgegnet dieser und senkt demütig den Kopf, weil er die Erfahrung gemacht hat, dass man ihm nicht glaubt, wenn ersagt, dass er nicht mehr schön sein will. Schließlich wollen doch alle schön sein, oder?

So oder so ähnlich klingen wohl viele Gespräche von Mädchen, Frauen, Freundinnen, Feindinnen, Jungs und Männern auf der ganzen Welt – jeden Tag. Und ich glaube nicht, dass dieses Phänomen einfach mit der Formel „Man will halt immer das, was man nicht hat“ abtun kann oder sollte.
Ich glaube, dass es viele eher damit zusammenhängt, dass die Schönheit nicht hält, was sie verspricht. Wir alle tragen wohl die tiefe Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung in uns und das Schönheitsideal birgt den vermeintlichen Garant, diese zu bekommen – unser Äquivalent zur eselschen Möhre.
Aber wer ist in der Lage uns diese zu geben? Und ist es nicht auch so, dass wir demjenigen auch eine gewisse Wut entgegen bringen? Hat er doch die ganze Zeit die Macht, mich glücklich zu machen. Aber dem voran stellt er die Bedingung für ihn schön zu sein.
Und mehr noch: Eine Möhre ist schnell verdaut. Der nächste Hunger kommt bestimmt. Will ich dieses Spielchen immer weiter spielen? Will ich wirklich mein Leben lang einer Möhre an der Angel hinterherlaufen? Will ich mich zum Sklaven meines Gegenübers machen lassen? Zum Sklaven der Anerkennung und damit zum Sklaven der Schönheit?
Da kommen mir direkt viele Gedanken zu: Wenn ich das tue, sehe ich nichts von der Welt um mich herum, da ich immer auf die Möhre fixiert bin? Und: Möhren sind nur eine Facette im großen Welt des Gemüses. Und: Immer nur Möhre?? Noch dazu kommt, dass das Bild etwas, wie ich finde, sehr demütigendes hat.

Nun, die oben genannte These ist wohl wirklich zu platt. 😉
Aber zumindest stelle ich fest, dass Schönheit das Leben nicht leichter macht, bloß anders und dass Freiheit in diesem Zusammenhang wohl nicht bedeutet, „hässlich“ sein zu müssen. Aber dass wir, wenn wir schon nach Schönheit streben, es zumindest nicht unbedingt aus der Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe tun sollten. (Bliebe die Frage, warum dann überhaupt nach Schönheit streben?)

Bliebe noch eine andere Diskussion, die auf einem völlig anderen Blatt steht: Was ist eigentlich Schönheit?