Doppelmoral und Eintagsfliegen

Was nervt sie mich zurzeit, diese Doppelmoral zum Thema Klimawandel. Überall quillt es einem entgegen. Aus allen Zeitungen, allen TV-Sendern, allen Nachrichtenmagazinen, Boulevardmagazinen und Radiosendern. Und überall das Gleiche: Menschen, die uns die Horrorvision des beinahe unabwendbaren Klimawandels in den buntesten und fiesesten Farben ausmalen. 15 Jahre noch zum Umdenken und danach rasen wir unaufhaltsam dem Untergang entgegen. Und auch die Hollywood-Prominenz ist auf den Zug aufgesprungen und macht sich stark für den Klimaschutz. Mit umweltfreundlichen Sportflitzern sollen sie angeblich am Wochenende zur Oscar-Verleihung düsen. Um zu zeigen, dass Klimaschutz nicht öko sein muss.

Soweit so gut. Was mich daran nervt? Dass diese Medien nicht erst seit gestern Bescheid wissen, aber jetzt darüber berichten, weil es grade in Mode ist, sich für die Umwelt zu interessieren. So springen sie alle auf, um Quoten zu machen und Ängste zu schüren. Und in ein paar Wochen wird niemand mehr darüber berichten. Im Sommer wird es wieder Fahrverbote wegen zu hohen Ozonwerten geben und alle werden sich deswegen aufregen und sagen, dass sie ihr Auto nun wirklich nicht stehen lassen können. In der Politik werden die Grünen wieder die Einzigen sein, die sich für den Klimaschutz stark zu machen versuchen und werden davon wie all die Jahre zuvor von den anderen Parteien und dem Volke einen auf den Deckel bekommen. Zur nächsten Oscar-Verleihung werden die ach so umweltbewußten Promis sicherlich nicht mehr über CO2, Strom sparen und Co. quatschen, weil dann wieder etwas anderes in Mode ist, für das man sich einsetzt. So als Mensch der Öffentlichkeit, man hat ja eine Vorblidfunktion. Vielleicht tauchen sie dann alle mit einer bedrohten Tierart auf oder mit einem Patenkind aus Afrika und säuseln dann wie so oft in die Kamera: Jeder kann was tun.

Die Menschen lassen sich eben gerne erschrecken und mit Horrosnachrichten vollpumpen. Aber vom Sofa bekommen diese Dinge die wenigsten und wenn sich alle satt gesehen haben und an den Gedanken gewöhnt, dass man nichts mehr tun kann, dann werden diese Nachrichten uninteressant und man kümmert sich wieder um die Arbeitslosigkeit, die Kindsentführer, die neusten Computer und Amokläuferkinder.

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3 Antworten zu “Doppelmoral und Eintagsfliegen

  1. Ähnliche Gedanken sind mir in letzter Zeit auch durch den Kopf gegangen. Umso schöner zu lesen, wie treffend du die aktuelle Medienresonanz auf den Klimakatastrophencountdown zusammengefasst hast. Ich bin mir übrigens sicher, dass es so kommen wird, wie du schreibt… sobald der „Trend“ rum ist, kräht erstmal kein Hahn mehr danach.

  2. Achso, was ist eigentlich aus der Feinstaub-Sache geworden? 😀

  3. @bullion: Jap, traurig aber wahr. Und los…schnell noch alle auf Yellow-Strom umsteigen. Der is so schön billig. (Und hauptsächlich aus Atomenergie) Aber so schön BILLIG! 😉
    @benno: Hach, siehste…da war ja mal was. Schönes Beispiel, danke! 😀

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