Monatsarchiv: Februar 2007

Ängste und andere Unwohlseinsgeschichten

Oder so. Ich gebs zu, ich tu mich schwer mit passenden Titeln, ich hab auch schon in Erwägung gezogen, die schlicht durchzunummerieren (oder durch zu nummerieren?). Aber das zeugt von Unkreativität und das will ich nicht sein, also unkreativ. Wörter mit un- davor sind jetzt irgendwie eh nicht so mein Ding. Die sind meistens negativ. Unausgeschlafen bin ich nämlich zum Beispiel und das ist ein ganz ein doofes Un-. Unruhig bin ich noch dazu. Aber ein Glück kann ich nicht von mir behaupten Unkommunikativ zu sein. Und ein positives Un- fällt mir auch noch ein: Unternehmungslustig. Das macht gepaart mit dem Unruhig und dem nicht vorhandenen Unkommunikativ eine Mischung von Un-Worten aus, die eine hervorragende Grundlage bilden, um mit Jürgen heute in den Jazzkeller zu gehen. Der ist nämlich höchstselbst nicht wirklich weit von meiner Haustür solide gemauert und soll angeblich guten Live-Jazz beherbergen. Der Jazzkeller versteht sich. Der Jürgen beherbergt zwar viel Jazz, ist aber mitnichten gemaurert. Da freu ich mich jetzt drauf. Live-Jazz ist gut.

So, und wer sich jetzt fragt, was das mit der Überschrift zu tun hat, der kann da mal ne Weile drüber meditieren. Oder sich von mir anhören, dass es nichts damit zu tun hat, weil ich eigentlich über was ganz anderes schreiben wollte. Aber so hat sich das jetzt eben zu einem Erguß über Un’s ergeben und für das andere bleibt keine Zeit mehr. Ich hab nämlich in ein paar Minuten Feierabend und meine Blase wird langsam UNgemütlich. Ganz böses Un- . Das musste hier noch gesagt werden…

Chemiker sind seltsam

Irgendwie sind die Fachschaften nur noch mit den Studiengebühren beschäftigt. Wie sie sie für uns zurückkriegen, wo sie hinfließen und so weiter. Alles gut und schön. Wenn nicht alles andere auf der Strecke bleiben würde. Ich hab die Gebühren bezahlt, ich hab mich damit abgefunden…aber jetzt will ich auch studieren. Im Infos finden war ich noch nie besonders gut. Und jetzt gehen mir auch noch die wenigen Möglichkeiten flöten, die mir sonst eigentlich die Fachschaftsseiten bieten könnten. Die Chemie-Fachschaftsseite strotzt nur so vor Aktualität. Unfassbar! Unter dem Punkt „Aktuelles“ immer noch eine Ankündigung für eine Party im November und die Ankündigung für die Erstsemesterveranstaltung im Oktober 2006. Unter den Klausurterminen finden sich ganze drei Stück, der späteste Termin ist im Sommer 2006. Nun, man könnte meinen, dass man sich dann an die Kommilitonen wenden könnte. Irgendjemand schlaues hat ja schließlich mal die Mailinglisten für sowas erfunden. Aber bei den Chemikern hab ich mich das seit dem ersten und bis dato letzten Versuch nimmer so recht getraut. Da hab ich nur gefragt,wann und wo eine Klausur stattfindet und wurde bloß von jemandem angeranzt, ich soll doch gefälligst auf dem schwarzen Brett gucken. Hilfe galore, unglaublich. Jedenfalls hab ichs grad nochmal versucht…also das mit der Mailingliste…mal schauen, was diesmal kommt…

Bei den Biologen is das ganz anders. Zumindest was die Mailingliste angeht. Da schreibt man und kriegt viele, viele Hilfen oder genauso verzweifelte Rückfragen. Wie grade zum Beispiel. Vier freundliche Antworten, nur eine halbe Stunde, nachdem ich meine Frage abgeschickt hatte…Auf der Fachschaftsseite findet man allerdings auch nix.

Ich sags ja. Chemiker sind seltsam. Ich hoffe, das färbt nicht ab, wenn man das ne Weile studiert…

Kaugummi

Mag ich ja nicht besonders gern. Also Kaugummi. Ich schleppe seit Wochen eine Packung „Big Red“ in meiner Tasche mit mir rum, die ich in einem Anflug von Erinnerungswahn gekauft hab. Die dürften jetzt wahrscheinlich auch mit Tabakkrümeln paniert sein. Die arbeiten sich einfach in jede kleinste Ritze…Also die Krümel, nich das Kaugummi. Früher mocht ich Kaugummi gern. Mittlerweile macht mich das Wiederkäugefühl, dass sich bei Kaugummi einstellt, latent nervös. In Klamotten sind die Dinger auch fürchterlich, wobei ich ja irgendwann rausgefunden hab, dass Dr.Beckmann tatsächlich funktioniert, zumindest wenns um Kaugummis geht. Aber das wollt ich alles gar nicht erzählen. Eigentlich wollte ich sagen, dass der Tag heute irgendwie Kaugummiqualitäten hat, so wie der sich zieht und mir damit gehörig auf den Keks geht. Mir ist auch so, als würde ich dezenten Minz- und Zimtgeruch wahrnehmen…

Vielleicht sind das auch die Nachwirkungen vom gestrigen Kater, nachdem ich am Samstag unbeabsichtigt und unfreiwillig betrunkener war, als ich es mir selbst eingestehen wollte…oder konnte? Nunja, wie auch immer. Jedenfalls war ich gestern einigermaßen froh, dass nur eine der beiden Nachhilfeschülerinnen aufgetaucht ist. Auch wenn es mich genervt hat, dass Madame „Ich-will-Mathe-so-gerne-können-aber-nichts-dafür-tun“ es nicht nur geschafft hat, sagenhafte 3 Stunden vor unserem Termin per SMS abzusagen, nein, sie hat mich mit der SMS auch noch aus meinem dringend benötigten Schlaf gerissen. Den restlichen Tag hab ich dann damit verbracht, mir fast die komplette zweite Staffel von „4400“ reinzuziehen, bis ich mir um 3 eingestehen musste, dass ich die letzten 3 Folgen nimmer schaff. Die warten jetzt heute abend auf mich. Naja, stimmt nicht ganz. Die Vorvorletzte kannte ich schon aus dem Fernsehen. Die Vorletzte hab ich heute vormittag gesehen, bevor ich zur Arbeit bin und die Letzte werd ich dann gleich gucken. Was schlimm ist, denn danach hab ich nix mehr auf DVD daheim, das ich mir anschauen könnt, während ich gemütlich im Bett liege, in meinem tollen neuen Superzimmer. Ich hab gar keine rechte Lust auf Fernehen mehr, der steht nämlich nebenan und da is Chaos. Und Geld für die DVD-O-thek hab ich auch nicht, sonst könnt ich mir ja was ausleihen…hmpf.

Die Oscar-Verleihung hab ich also leider wegen „4400“ und dem TV im falschen Zimmer nicht gesehen, aber ich scheine ja gar nicht so schlecht getippt zu haben, wie ich eben feststellte. 😀 Und was „The Departed“ angeht, bin ich wohl mit Himbeerlola nicht ganz einer Meinung. Mich freuts ungemein, dass er als bester Film ausgezeichnet wurde. Die Verleihungen sind mir oft genug ein Rätsel. Das musste ich vor ein paar Tagen beim Sichten von „Mystic River“ mal wieder feststellen. So Knaller is der Schinken nun wirklich nicht.

So, ich denke ich habe mit dem unstrukturierten Geschreibsel hier hinlänglich demonstriert, wie chaotisch es in meinem Kopf aussieht. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig verwirren…warum sollte es euch schließlich besser gehen als mir? *hrhr* Und jetzt ist ein Glück auch gleich Feierabend. Ich kann mich nich konzentrieren heut…

Oscar

So, ich hoffe, es ist noch nicht zu spät, um am Oscar-Tippspiel vom Herrn Olly mitzumachen. Eigentlich wollt ich das schon viel früher fertig haben, aber man kommt ja zu nix. Also, falls ich zu spät bin, dann tipp ich eben für mich allein 🙂 Also hier meine Tipps:

Bester Spielfilm:
Letters From Iwo Jima
(Obwohl ich ja Departed am liebsten gewinnen sehen würde, befürchte ich, dass das nix gibt. Irgendwie ists eh so, dass die Osacr-Verleihungen in den seltensten Fällen mit meinem Geschmack übereinstimmen)

Bester Schauspieler in einer Hauptrolle:
Forest Whitaker in The Last King of Scotland

Bester Schauspieler in einer Nebenrolle:
Djimon Hounsou in Blood Diamond

Beste Schauspielerin in einer Hauptrolle:
Helen Mirren in The Queen

Beste Schauspielerin in einer Nebenrolle:
Jennifer Hudson in Dreamgirls

Beste Regie:
Martin Scorsese für The Departed

Bester Animationsfilm:
Cars

Bester ausländischer Film:
Pan’s Labyrinth

Bester Dokumentarfilm:
An Inconvenient Truth

Bester Kurz-Dokumentarfilm:
The Blood of Yingzhou District

Beste Kamera:
Pan’s Labyrinth

Bestes Drehbuch:
Letters from Iwo Jima

Bestes adaptiertes Drehbuch:
The Departed

Bester Schnitt:
Babel

Bestes Kostüm:
Marie Antoinette

Bestes Makeup:
Pan’s Labyrinth

Beste Filmmusik:
Babel

Bester Filmsong:
Patience aus Dreamgirls

Beste Art Direction:
Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest

Bestes Sound Editing:
Apocalypto

Bestes Sound Mixing:
Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest

Beste Visual Effects:
Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest

Bester Kurzfilm:
Éramos Pocos

Bester animierter Kurzfilm:
No Time for Nuts

Alle Tipps wurden mit dem besten UnWissen und Gewissen getätigt. Ich übernehme keine Haftung  😉

Ein Schuss Realität

Gestern hab ich mir ein wenig Zeit freigeschaufelt und mich endlich mal wieder mit einer meiner längsten/ältesten (wie nennt mans denn nu am Besten?) Freundinnen getroffen. Wir kennen uns schon seit dem Kindergarten und haben uns nie aus den Augen verloren. Zwar hat die Qualität und Quantität unserer Freundschaft sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert und gewandelt, aber wir sind uns immer Nahe gewesen und konnten und können über vieles, vielleicht sogar alles, miteinander sprechen. Man kennt den anderen schon so lange, dass man einen Gesamtüberblick, die jeder frischen Freundschaft völlig abgeht. Und noch dazu verbindet uns etwas. Beide plagen wir uns seit Kindsbeinen an mit unserem Gewicht herum. So was schweißt zusammen. Was haben wir nicht schon alles probiert, uns ausgetauscht, diskutiert, geweint, gewütet. Und wie das so ist, bei Themen, die das Leben so überschatten, rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, sie sind immer ein Gesprächsthema, zu dem man zurückfindet, irgendwann. Nachdem die Bestandsaufnahme gemacht, Freunde, Familie, Tiere, Uni, Leben und Co abgehandelt sind, geht’s ans Eingemachte. Wie geht es dir? Wie läufts mit dem Essen, dem Sport, wie reagieren die Kollegen/Kommilitonen/Freunde? So blöd das klingt und so sehr das nach sich-im-Selbstmitleid-wälzen anhört, so wenig hat das damit zu tun. Und immer wieder der Versuch, die Ursache zu finden, die Wurzel allen Übels. Auch wenn man weiß, dass sie einem nichts bringen würde, hielte man sie plötzlich in der Hand. Und trotzdem, immer wieder Ursachenforschung. Der Versuch, den Grund zu finden, warum es einfach nicht klappen will. Das Schön-sein, das Diszipliniert-sein, das Erfolgreich-sein, das wie-alle-anderen-sein. Warum es so schwer ist, sich anzupassen und endlich dem Ganzen ein Ende zu machen. Es ist ja nicht so, als wüssten wir nicht, wie es geht. Und dann immer diese Traurigkeit, und die Wut. Vor allem die Wut. Die, die immer vor sich hingärt, in der Magengegend. Und der Wunsch, mal in der Masse verschwinden zu können. Mal nicht aufzufallen, Angriffsfläche zu sein. Einmal unbeschwert tanzen gehen können. Ich tanze so schrecklich gern. Aber um den Mut aufbringen zu können, brauche ich ein paar Promille. Einmal im Cafe sitzen, ohne sich zu fühlen wie ein Mitglied des Monsterkabinetts auf Freigang. Einmal flirten können, ohne Angst zu haben, dass man sich danach über einen lächerlich macht. Einmal über die Straße gehen können, ohne beleidigt zu werden. Es kann dir doch egal sein, was „die Anderen“ denken, bekomme ich dauernd zu hören. Möglich, dass es mir egal sein könnte. Wenn „die Anderen“ nicht immer meinen würden, dass sie mir ihre Meinung über mich ins Gesicht spuken und vor die Füße kotzen müssen. Soll jeder denken, was er will. Aber es wäre schön, nicht überall und immer vor die Nase gesetzt zu bekommen, dass man keine Daseinsberechtigung hat, wenn man ist, wie ich. Nur eins weiß ich. Ich spiele dieses Spiel nicht mehr mit. Nur weil ich für viele Aussehe wie ein Opfer, lasse ich mich nicht mehr zu einem machen.

Doppelmoral und Eintagsfliegen

Was nervt sie mich zurzeit, diese Doppelmoral zum Thema Klimawandel. Überall quillt es einem entgegen. Aus allen Zeitungen, allen TV-Sendern, allen Nachrichtenmagazinen, Boulevardmagazinen und Radiosendern. Und überall das Gleiche: Menschen, die uns die Horrorvision des beinahe unabwendbaren Klimawandels in den buntesten und fiesesten Farben ausmalen. 15 Jahre noch zum Umdenken und danach rasen wir unaufhaltsam dem Untergang entgegen. Und auch die Hollywood-Prominenz ist auf den Zug aufgesprungen und macht sich stark für den Klimaschutz. Mit umweltfreundlichen Sportflitzern sollen sie angeblich am Wochenende zur Oscar-Verleihung düsen. Um zu zeigen, dass Klimaschutz nicht öko sein muss.

Soweit so gut. Was mich daran nervt? Dass diese Medien nicht erst seit gestern Bescheid wissen, aber jetzt darüber berichten, weil es grade in Mode ist, sich für die Umwelt zu interessieren. So springen sie alle auf, um Quoten zu machen und Ängste zu schüren. Und in ein paar Wochen wird niemand mehr darüber berichten. Im Sommer wird es wieder Fahrverbote wegen zu hohen Ozonwerten geben und alle werden sich deswegen aufregen und sagen, dass sie ihr Auto nun wirklich nicht stehen lassen können. In der Politik werden die Grünen wieder die Einzigen sein, die sich für den Klimaschutz stark zu machen versuchen und werden davon wie all die Jahre zuvor von den anderen Parteien und dem Volke einen auf den Deckel bekommen. Zur nächsten Oscar-Verleihung werden die ach so umweltbewußten Promis sicherlich nicht mehr über CO2, Strom sparen und Co. quatschen, weil dann wieder etwas anderes in Mode ist, für das man sich einsetzt. So als Mensch der Öffentlichkeit, man hat ja eine Vorblidfunktion. Vielleicht tauchen sie dann alle mit einer bedrohten Tierart auf oder mit einem Patenkind aus Afrika und säuseln dann wie so oft in die Kamera: Jeder kann was tun.

Die Menschen lassen sich eben gerne erschrecken und mit Horrosnachrichten vollpumpen. Aber vom Sofa bekommen diese Dinge die wenigsten und wenn sich alle satt gesehen haben und an den Gedanken gewöhnt, dass man nichts mehr tun kann, dann werden diese Nachrichten uninteressant und man kümmert sich wieder um die Arbeitslosigkeit, die Kindsentführer, die neusten Computer und Amokläuferkinder.

Hätt ich vielleicht

Da hätt ich vielleicht doch besser die Klappe gehalten.
Da prahl ich noch groß rum, dass ich einen super MP3-Player hab, der auch gar nicht teuer war und ZACK! am nächsten Tag gibt er den Geist auf. Man soll halt nichts beschreien. Jetzt hab ich den Salat. Mit dem Ding hör ich nämlich abends meine Hörbücher zum Einschlafen. Nu muss ich meinen Laptop an meinen Kassettenrecorder anschließen, was irgendwie echt umständlich ist. Außerdem kann ich den nicht mit in die Bahn nehmen um Musik zu hören.

Das Blöde an der ganzen Sache ist allerdings, dass ich selbstverfreilichst den Kassenbon NICHT aufgehoben hab! Das Ding hat aber mit seinen beinahe jungfäulichen 11 Monaten auf den Schaltkreisen noch locker ein Jahr lang Garantie.. 
Jetzt will ich nur hoffen, dass ich da beim Mediamarkt an jemand Nettes gerate. Ich hab nämlich dank Renovierung und Studiengebühren zurzeit null Cent um mir einen neuen Player zuzulegen…

HMPF!