Zwei lange Nächte

Hab ich nu hinter mir. Gestern mit meinen Kollegen einen trinken gegangen. Um 7 ins Bett, nach 4 Stunden mit Kater wieder aufgewacht und nimmer schlafen können…
…und dann heute mit meinen Eltern Essen und danach zur langen Kölner Musiknacht. Der Herr Papa ist gestern 51 geworden und das sollte heute gefeiert werden.
Die Musiknacht ist eine durchaus empfehlenswerte Veranstaltung. Kann man mal machen. Auch wenns irgendwie anstrengend ist, weil man einmal die Stunde von A nach B rennt.
Viel Jazz gehört, was mein Herz ja immer freut. Nur leider waren die Konzerte viel zu kurz. Das freut dann weniger. Wenn man sich grade eingeschwungen hat, ists auch schon wieder vorbei. Aber es macht trotzdem Spaß.
Im Einzelnen hat meine Ohren erfreut:
Das Christina Fuchs Quartett in der alten Feuerwache. Sax, Akkordeon, Keyboard und Drums. Leider haben wir davon nur 3 Lieder mitbekommen, weil wir zu spät vom Haus Müller loskamen und ans andere Ende der Stadt mussten. Aber vor allem das letzte Stück hats mir angetan. (Ich glaube, es hieß 5 – 3…oder 3 – 5?) Herrlich leicht und weich. Frau Fuchs hat wirklich einen wunderschönen Sound.
Danach die Felix Heydemann Groove Connection im Domforum. Und die waren mal wirklich supergeil! Mit Hammondorgel, was ja alleine schon einen Kultsound auf die Bühne zaubert. Das einzig traurige war, dass der Raum bestuhlt war. Wir hatten allerdings keinen Platz mehr bekommen und waren im 1. Stock. Und da konnte man wenigstens ein bisschen zappeln. Geht nur mir das so, oder gibts noch mehr Menschen, die das Gefühl haben, dass in Deutschland bei Konzerten viel zu wenig getanzt wird? Wie kann man denn bei so klasse Funk, der einem in die Knochen fährt auf seinem Stuhl sitzen, als würde man sich einen langweiligen Vortrag anhören?? Das werd ich wohl nie verstehen…
Danach ein bisschen in der Gegend rumgeirrt, um letztendlich im alten Pfandhaus zu landen.
Dort noch das letzte reguläre Konzert gehört, bevor dort die „After-Party“ mit Jam-Session und DJs losging.
Und das war wirklich mal was, was ich noch nie live gehört hatte…
Canaries on the Pole (hier und hier)
Free Jazz meets Experimentalmusik…oder so. Aber wirklich benennen kann ichs nicht. Und erlebt hab ich sowas auch noch nicht. So atonal und gleichzeitig stimmig, so verwirrend und hektisch und gleichzeitig ruhig, so intensiv, so völlig ungewohnte Sounds. Ich kann weder sagen, dass es mir gefallen hat, noch das Gegenteil behaupten. Das einzige, das ich sagen kann ist, dass mir noch nie eine Musik körperlich so zu schaffen gemacht hat. Abgrenzen war mir schlicht nicht möglich. Und auf mich wirkte das erste Stück wie musikgewordene Großstadthektik. Anstrengend, laut, hektisch, rau, schmutzig, düster, voll und gleichzeitig heiter, einsam, ruhig, fein…Komplett verwirrend. Und ich habe mich unendlich nach ein bisschen Harmonien gesehnt zwischendurch. Nach etwas vertrautem, ein bisschen Melodie. Wie es ein Tag in der Großstadt mitunter auch mit einem macht. Irgendwann sind alle Sinne reizüberflutet und man wünscht sich nichts sehnlicher, als an einen ruhigen, friedlichen Ort…Wirklich spannend. Ausgehalten hab ich das Konzert nicht. Nach dem ersten Stück (welches aber locker mal 15-20 Minuten dauerte) musste ich den Saal verlassen. Es war mir wirklich zu viel.
Danach ging die Jam-Session los. Wobei zuerst ein festes Trio ihr Repertoir zum Besten gab. Benennen kann ich allerdings nur den Pianisten: Andreas Schnermann (Sehr zu empfehlen: Die Hörproben). Andreas Schnermann hat übrigens am 16. November CD-Release-Party im alten Pfandhaus. Ein Projekt mit einer Sängerin. Ich denke, das werde ich mir gönnen, nachdem ich grade die Hörproben davon gehört hab. Endlich mal Gesang, der mir richtig gut zu gefallen scheint.
Das „richtige“ Jammen haben wir dann leider nicht mehr mitbekommen. Alle drei völlig platt.
Aber nächstes Jahr die 3. Kölner Musiknacht ist definitiv eine Option!
Und nun ab ins Bett mit den armen, geschundenen Füßen und dem müden Kopf.

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10 Antworten zu “Zwei lange Nächte

  1. oh, dann hast du dir sicherlich ein sonntagsgeschenk verdient!
    guck mal in dein postfach!

  2. Mannpferd (johnny)

    *snippets anhör*

    rudy my beer erinnert an grim fandango

    first love ruft blakes „walking in the air“ ins gedächtnis

    total eclipse ist wahnsinnig gut

    little poolie plätschert verträumt und lieblich dahin

    gefällt, wahrlich guter musikgeschmack!

  3. Mannpferd (johnny)

    wow! Felix Heydemann Groove Connection is ja noch viel besser…. ich sollte dringlichst mehr derartige Musik hören und erforschen…

  4. @chaot: UI!! Da wurde aus dem Sonntagsgeschenk ein Montagsgeschenk…aber gefreut hab ich mich dennoch sehr 🙂 Danke für das Lächeln und die Rose…und den Drang, in deinem Garten rumzukriechen 😀

    @Johnny: Was zur Hölle sind denn Snippets??
    Aber danke für das Kompliment. Ich bin mal gespannt. Schnermann spielt am 16.11. (wenn ich mich jetzt nicht irre) im alten Pfandhaus mit seinem neuen Projekt. Aber das schrieb ich ja oben schon, fällt mir grade auf. Ich wollt auf jeden Fall hingehen. Magst auch hin? 🙂

  5. jetzt aber mal hopp nen comment abschiessen!:-)

  6. Immer ruhig bleiben 🙂 Eine müde Frau ist kein D-Zug 😉

  7. Mannpferd (johnny)

    Altes Pfandhaus…. in welcher Stadt denn? 🙂

    Snippets sind kleine Ausschnitte, Samples, Hörproben, …

  8. Aah, schon wieder was gelernt. Achso…und Stadt *g* ich hab ja gar nicht dran gedacht, dass du wahrscheinlich gar nich von hier kommst, geil oder? Irgendwie hat man bei allen Bloggern immer das Gefühl die kommen von umme Ecke. In diesem Falle wäre das Konzert im alten Pfandhaus in Köln 😉

  9. Mannpferd (johnny)

    Oje, Köln ist ein bisschen arg weit weg von Stuttgart 🙂

  10. OH! ja, da hast du wohl sehr recht 😀 Schade drum…

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