Lookism

Wat dat?
Das is, wenn Leute hässlich nich schön sind und deswegen gehasst werden.

Aber was is hässlich? Wo fängt hässlich an? Beim Pickel auffer Nase? Beim Fettpolster überm Hosenbund? Beim Haarschnitt, den die Friseurin beim Modellschneiden für Umme total verhunzt hat?

Ich hab vor gar nicht langer Zeit drüber geschrieben, dass sie bei Galileo versuchen herauszufinden, nach welchem Schema F sich Menschen andere Menschen aussuchen, um ihre Art zu erhalten. (Als ich das schrieb, raffte mich wohl ein wenig meine PMS Wetterfühligkeit dahin)
Da sprach die Biologie. Da sprachen Wissenschaftler und alle sagten sie: „Schön=gute Gene=gut zum schwanger machen und perfektes Kind in eine Welt zu setzen, welche zuviele unperfekte Menschen hat, damit die Welt perfekter wird“
Schönheits-Darwinismus quasi. Es geht also nicht mehr um Intelligenz, Schnelligkeit, Fähigkeiten. Braucht man ja heutzutage nimmer. Mann braucht kein Feuer mehr machen und Schweine jagen zu können und Frauen müssen nicht mehr kochen und Kinder erziehen können.
Das Gammel-Fleisch gibts im Supermarkt, das Feuer im Wald, das Essen bestellt man am Telefon kocht die hässliche Single-Köchin und die Kinder zieht schon wer anders groß. Oder eben auch nich. Macht ja nix. Das Kind is ja schön, produziert von schönen Eltern. Muss also auch sonst nicht viel können.

Das Wetter war besser in den letzten Tagen, die Sonne hat mir das Eis im Kopf geschmolzen und da guck ich heute Polylux und stoße auf die Anti-Lookism-Kampagne.
Gute Sache das! Genau! brüllte es da durch das Schmelzwasser.
Da haben sich ein paar Menschen zusammengesetzt und sich überlegt, dass das ein ziemlich hirnverbrannter Schwachsinn ist, den u.a. der Herr Galileo da so von sich gibt. Das Schönheitsempfinden sich nämlich mitnichten rein genetisch und evolutionsbiologisch entwickelt, sondern sehr wohl eine anerzogene Sache ist. Das Medien und Gesellschaft einem eine Schönheit vorgaukeln, die immer perfekter und immer unerreichar für den Großteil eben jener Gesellschaft wird.
Dass wir uns gar zu einer Gesellschaft entwickeln, die…jetzt hab ich den Faden verloren. *g* (Danke Katze…)

Jedenfalls hab ich ein wenig auf deren Seite gestöbert (klickst du hier) und dachte: Ja, Recht haben sie.
Und einen Moment später: Scheiße, bist du beeinflußbar.

Und dann hab ich überlegt, warum will ich eigentlich unbedingt schön sein? Also schön im Medien-Sinne?
Und will ich das überhaupt? Und irgendwie komm ich bis jetzt nur auf zwei Antworten:
*Ich fühle mich diskriminiert, weil ich eben nicht dem Schönheitsideal entspreche. (Und wer wird schon gerne diskriminiert, weil er ist, wie er ist?)
*Weil ich manche Dinge nicht so machen kann, wie ich sie gerne machen würde.

Ich werde das jetzt eine Weile sacken lassen. Aber eins hats für sich. Nach dem Bericht davon gings mir um Längen besser, als nach der Reportage dem Mist bei Galileo…und das macht die Sache für mich schon ziemlich positiv.

(Vielleicht gucke ich auch einfach viel zuviel Fernsehen *gg*)

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8 Antworten zu “Lookism

  1. Sorry, dass ich da jetzt mal gegenhalte, aber ich hab mir auf der Homepage von denen nur gedacht, boa, wenn die Welt sonst keine Probleme hat!
    Will denen ja nicht absprechen, dass es ein Problem der Gesellschaft ist, aber mit so viel Halbwissen son Mist zu verzapfen, oh mann.
    „Wir wollen jedoch nicht das Gefühl, beispielsweise Gegenstände oder Landschaften schön/hässlich zu finden, angreifen.“ Von deren Page. Schönheitsideale/normen sind also von der Gesellschaft nur gegenüber Menschen konstruiert ansonsten Angeboren, dass man England(nur als Beispiel) hässlich findet??? So ein Blödsinn hab ich ja schon lange nicht mehr gehört.
    Sorry, aber das schein mir hauptsache gegen irgendwas aus Langeweile, oh mann.
    Dabei will ich nicht sagen, dass das Thema nicht dennoch ein interessantes ist und Diskussionswürdig ist.
    Liebe Grüße

  2. Ich sage gar nicht, dass die Page von denen super ist. (Mich haben zum Beispiel die Rechtschreibfehler übelst gestört)Es scheint auch so, als wäre das Projekt noch ziemlich neu. Also abwarten und zwischendurch mal reinschauen. Aber worums geht, finde ich sinnvoll.
    Ich lebe in einer Stadt, in der alle Studenten gleich aussehen. Mal abgesehen von vielleicht 5 %. Das ist erschreckend! Und ich habe auch zu spüren bekommen, was passiert, wenn man eben nicht aussieht, wie alle anderen.

    Und zu dem Zitat. Wenn ich das richtig sehe, setzt du zwei unterschiedliche Thesen der Seite in einen Zusammenhang, in dem sie nicht stehen.
    Dieses Zitat ist Klarstellung der Macher, dass es ihnen um das Schönheitsempfinden und den Schönheitswahn beim Menschen geht. Und das sich das Anti-Lookism eben nicht mit Diskussionen über welches Land ist das Schönste beschäftigen will. Es geht um die Problematik, die entsteht, wenn Menschen in einer so visuell fixierten Welt in schön und hässlich eingeteilt werden.Es geht auch nicht darum einen neuen Schönheitsbegriff zu erstellen, sondern schlicht darum, einem Menschen als Menschen zu begegnen.
    „Unserer Meinung nach wird das Schönheitsempfinden erst im Bezug auf Individuen problematisch.“ ist der Satz der nach dem folgt, den du zitierst.
    Soll heißen: Mir ist ziemlich egal, welche Farbe mein Gegenüber bevorzugt oder welche Bilder er schön findet. Über Geschmack lässt sich schließlich nicht streiten. Aber dass es nicht Sinn sein kann, die Schönheitsideale immer weiter hochzuschrauben und dem Druchschnitt der Bevölkerung ein Minderwertigkeitsgefühl zu verpassen. Und Menschen die diesen Schönheitsidealen nicht entsprechen Kompetenzen abzusprechen, die mit Aussehen nichts zu tun haben. So hab ich es zumindest verstanden.
    Dass die Texte recht oberflächlich und plakativ sind, ist mir bewußt. Aber den Grundgedanken finde ich dennoch gut.

    Und das Schönheitsideale nur im Bezug auf den Menschen anerzogen und nicht angeboren sind, steht so nicht im Text.

    Liebe Grüße zurück und einen stressfreien Umzug, der Herr! 🙂

  3. Das ist ja lustig: schau mal, mit wem Du (Frau Löwenzahn) da mehr oder weniger einer Meinung bist (ok, die Kommentare da drüben sind eher überflüssig).

  4. Hm, irgendwie kann ich mit dem Post grad nicht wirklich was anfangen?!

  5. hey korsakov, ich befürchte, meine meinung ist „da drüben“ nicht so richtig rüber gekommen. ums mal ganz klar zu sagen: dass da das unterdrückungsverhältnis „lookism“ aufgemacht wird, halte ich für schwachsinn. einen nebenwiderspruch eben. in einer welt, in der jeder ohne angts verschieden sein kann, wäre dieses ästethische konkurrenzverhältnis vermutlich überflüssig. diese welt gibts aber erst nach der überwindung des kapitalismus. bis dahin heisst es: hübsch machen.

  6. Ok hast mich erwischt! Was ich eigentlich sagen wollte ist, dass ein wissenschaftlicher Schein aufgebaut wird, was ich mit diesem Zitat bekunden wollte. Sollte es aber Argumentatorisch vonstatten gehen, dann ist doch eine Grundlagenerkundung von Nöten. Auf dieser Seite wird aber festgelegt ohne wirkliche Argumentation. Somit, sie zielen darauf, dass dein [anerzogenes?] Unrechtsbewusstsein sich regt, bei ihren Thesen. Sie bleiben den Beweis, oder auch nur Thesen schuldig die klar machen, dass irgendwas falsch oder richtig ist. Auswirkungen allein reichen eben nicht.
    Das wollte ich sagen.

  7. Ok, DAS kann ich unterschreiben 🙂
    Ich wollte mit diesem Post auch gar nicht mich als Anhängerin der Anti-Lookism-Geschichte hinstellen.
    Ich habe das alles nur geschrieben, weil die Geschichte eins geschafft hat:
    Meine Selbstzweifel und Depris und meine Unzufriedenheit der letzten Zeit, die durch Formate wie Galileo noch schlimmer geworden sind, wieder zurecht zu rücken. Mir ist wieder bewußt geworden, dass nicht ICH falsch bin, sondern dass in unserer Gesellschaft etwas falsch läuft.
    Manchmal brauch ich eben nen Tritt in den Arsch…oder auch nen Wink mit dem Zaunpfahl 😀

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