Wolkenleicht

Irgendwas ist da.
An dieser Stelle direkt unter dem Rippenbogen. Wie ein großer Schwamm, der sich von der Bauchdecke bis zur Wirbelsäule spannt.
Und ich weiß nicht, was es ist. Von einer Sekunde auf die andere ist es da. Meine Gedanken wandern von meinem Kopf herab. Einfach mit dem Aufzug durch die Lunge, ab in den Magen und rufen fragend ins Dunkel „Und? Wer bist du? Was willst du mir sagen?“
Aber ich bekomme keine Antwort.
Und plötzlich verschwindet es, so schnell, wie es gekommen ist. Zurück ins Nichts, wo es hergekommen ist. Aber kann etwas wirklich aus dem Nichts kommen? Geht das? Und wenn nicht, wo kommt es dann her?
Nicht zu wissen, was es ist und wo es herkommt, macht mich nervös. Das Problem: Die Nervosität vergrößert den Schwamm. Er frisst sich daran voll, als wäre es seine Leibspeise.
Wenn der Schwamm groß genug ist, presst er sich gegen die Wände und drückt sich aus, entlädt sich, indem sein Inhalt als Wasser aus meinen Augen rinnt.

Aber vielleicht sammelt sich im Moment auch der Regen in mir und sucht sich seinen Weg, wenn ich voll bin mit all dem Nass. Wie eine Wolke.
Und Wolken kriegen sicherlich keine Panik, oder?
Ich hoffe nicht.

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5 Antworten zu “Wolkenleicht

  1. Bei mir kommen derlei Schwämme vorzugsweise nachts, wenn ich Bett liege und nicht schlafen kann… Es fühlt sich allerdings mehr so an, als ob sich der Schwamm zusammenzieht, und alle Reserven aus mir raussaugt, sodass ich danach ganz leer bin. Gott, ist das deprimierend. Aber manchmal ist es wohl einfach deprimierend. Ein guter Freund von mir, mal am Rande bemerkt, es fällt mir gerade dazu ein, rief eben an, und nachdem ich ihn angemault hab, weil er mir das Ende von Surface verraten hat, erzählt er mir, dass er 3 Wochen krankgeschrieben ist, weil er am Wochenende einen Zuckerschock hatte und jetzt bei ihm Diabetes diagnostiziert wurde. Und was macht er? Ist ganz ruhig. Nur ich mach mir Sorgen, biete ihm sogar meine DVD-Sammlung zur Aufheiterung an (und das ist das Aufopferungsvollste, das ich zu bieten hab 😉 ). Manche Leute können das echt gut: Always look on the bright side of life. Ich aber nicht. Und die meiste Zeit über ist das auch ganz gut so. Bloß eben manchmal nicht, wenn diese Schwamm-Sache passiert… Aber es geht wieder vorbei. Ganz sicher.

  2. Ach ja, empfehlenswert für diese Stimmung übrigens für mich immer das hier: http://www.singshot.com/songDetail.html?songId=2381&play=Y 😀

  3. Ja, es geht sicherlich vorbei. Allerdings wars das letzte Mal genauso. Da kam das alle paar Wochen mal und dann immer öfter…
    Ich befürchte nur, dass ich mittlerweile eine normale Nervosität nicht mehr so recht von Panikanfängen unterscheiden kann.
    Gefährlich, weil so fängt die Panikspirale an…

    Ich muss gestehen, ich kenne den Song nicht *schäm* 😉

  4. Rainy Days and Mondays always bring me down. Kennst du den Film „About A Boy“? Da sitzt dieser kleine merkwürdige Junge im Unterricht und singt unbewusst diesen Song vor sich hin… Süß. Und so eine schöne Metapher.

    Panik ist jedenfalls eines der beschissensten Gefühle, die es gibt. Ich wünsche dir, dass es sich gar nicht erst zu einer Spirale entwickelt. Bald gibts ja ne neue Wohnung! Das ist doch was. Immer in kleinen Schritten denken.

  5. Ja, da hast du recht.
    Wobei die Szene aus About a boy ja irgendwie eine der übelsten Fremschämszenen überhaupt ist, findest du nicht? *g*
    Aber dass das Wetter und co. nicht unschuldig sind bei meiner momentanen Stimmung schließ ich echt nicht aus…

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